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Die Mittsommernacht ist die kürzeste Nacht bzw. der längste Tag des Jahres und stellt einen Wendepunkt dar. Ab hier werden die Nächte wieder länger und man gedenkt der Vergänglichkeit des Seins (obwohl das Mittsommerfest eigentlich ein sehr fröhliches Fest ist und auch dementsprechend ausgiebig gefeiert wird). Das Leben wird - ganz nach Lebensart des Barock - mit vollen Händen geschöpft, bevor die Dunkelheit wieder an Macht gewinnt. Die Erntezeit beginnt und bringt mittels des Geernteten die Üppigkeit und Lebendigkeit dieser Zeit zum Ausdruck.
Litha ist ein Sonnenfest und schwankt - wenn man es astrologisch genau nimmt - von Jahr zu Jahr terminlich zwischen dem 21. und 23. Juni. Üblicherweise wird jedoch am 21. gefeiert, was ja auch mit unserem Sommeranfang gleichkommt. Zu früheren Zeiten kennzeichnete Litha allerdings nicht den Sommeranfang, dies tat Beltane. Man kannte eben nur zwei Jahreszeiten, nämlich Sommer und Winter, und so relativierte sich die Zeitgebung.
Besonders in Skandinavien wird die Mittsommernacht heute noch überall als Volksfest gefeiert. In Deutschland hat die sogenannte "Sonnwendfeier" im Dritten Reich durch die Verherrlichung dieser "nordischen", also dem arischen Ideal entsprechenden Feier einen schalen Beigeschmack bekommen und findet als Brauchtum öffentlich wohl kaum mehr statt. Als eine Art christliche Entsprechung kann man den Johannistag (nach Johannes dem Täufer) am 24. Juni betrachten, der wiederum stellenweise mit Johannisfeuern und allem Drum und Dran gefeiert wird.
Symbole für Litha: zuerst mal das Johannis- oder anders genannt Hexenkraut, welches zu dieser Zeit blüht; aber auch andere blühende Pflanzen wie Lavendel, Kamille oder Holunder sowie allgemein Blumenkränze. Frisches Obst der Zeit, besonders Erdbeeren. Feuer und Sonne. Charakteristische (also sommerliche) Farben sind gelb, rot, blau und grün.
Bräuche, Sagen und Legenden, die dieses Fest begleiten:
Ein Sprung über das Hexenfeuer soll Glück und Gesundheit für das kommende Jahr verheißen (besonders in Skandinavien ist dieser Brauch erhalten). Mit dem/der Liebsten Hand in Hand gesprungen, dauert die Liebe an.
In dieser Nacht gepflücktes Johanniskraut hat besondere Heilkraft.
Binde einen Kranz aus Sommerblumen, mit dem Du Deine Haustür schmückst, das soll Glück bringen.
Streut man sich Sporen des Farns über den Körper, erlangt man Unsichtbarkeit (*g* wozu das wohl gut sein soll - na ja, "Glaube versetzt Berge" oder wie heißt es so schön... ).
Pflückt man vor dem Schlafengehen sieben verschiedene Kräuter und legt sie sich unter das Kopfkissen, träumt man von seiner Zukunft.
Trägt man einen Zweig des Johanniskrautes bei sich, erkennt man andere Hexen (die natürlich - wie könnte es anders sein - an Kreuzwegen tanzen *gg*!).
Rosmarinbrot
1 kg Mehl 500 ml Wasser 80 ml Oliven-Öl 1 TL Salz 1 Würfel Frischhefe 1 Handvoll gehackte Rosmarinnadeln Hefe im Wasser auflösen, dann Öl und Salz dazugeben und mit dem Mehl zu einem Teig verarbeiten. Den Teig zu einer Kugel formen und gehenlassen. Den gehackten Rosmarin unterkneten und nochmals gehenlassen. Vorsichtig einen Brotlaib der gewünschten Form machen, einschneiden und auf mittlerer Schiene eine Stunde bei 210 °C backen. Schmeckt einfach mit Butter bestrichen zu Rotwein am besten. Als Variante auch mal ein paar Lavendelblüten mit in den Teig geben!
Guten Appetit und eine schöne Feier!
Holundersekt
6 Holunderdolden 1 TL Zitronensaft 1/2 Tasse Apfelessig 200 g brauner Zucker 2 l Wasser 1 TL Reiskörner
Ein Rezept, das funktioniert! Die gewaschenen Holunderdolden mit allen Zutaten (bis auf den Reis) in ein ausreichend großes Gefäß füllen und zugedeckt zwei Tage stehen lassen, ab und zu umrühren, dann alles abseihen. Die Flüssigkeit in (wegen des Gährungsdruckes stabile!) sterilisierte Flaschen füllen und in jede Flasche ein paar Reiskörner geben. Flaschen gut verschließen. Nach zwei Wochen sollte der Holundersekt trinkfertig sein! Kalt servieren, evtl. mit Mineralwasser verdünnen oder Zitronenscheiben dazugeben.
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