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Holunder - Frau Holle...


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Um den Holunderbaum, auch Holler- oder Elder- oder Fliederbeerbusch genannt, ranken sich unzählige Mythen und Legenden. Besonders die Germanen verehrten den Holunder, der ihrer Erd- und Fruchtbarkeitsgöttin Erda oder anders genannt Jörd, geweiht war. Man geht davon aus, daß der Holunder von Erdas zahlreichen weiteren Beinamen wie "Holda", "Huldana" oder auch "Hlödyn" abgeleitet wurde.

Einer dänischen Sage zufolge wohnt im Holunderbaum die Holdermutter und verfolgt jeden, der es wagt, von ihrem Baum Äste abzuschlagen. Aber auch im deutschen Märchen begegnet uns besagte Holdermutter als Frau Holle, die ihre Betten so stark ausschüttelt, daß es auf der Erde schneit. Die feinen weißen Blüten des Holunders symbolisieren hierbei den Schnee.

Schon seit der Steinzeit galt Holunder als Heilmittel, was zu gegebener Zeit auch schriftlich von bekannten Persönlichkeiten wie Hippokrates, Plinius, Hildegard von Bingen oder auch Paracelsus festgehalten wurde. Warum diese Pflanze im Mittelalter verstärkt mit dem Hexentum in Verbindung gebracht wurde und als verhext galt, ist klar: die Menschen, die über besonderes Kräuter- und Pflanzenwissen verfügten und dies auch anwandten (vornehmlich weise Frauen und Hebammen), waren als Hexen verschrien und wurden von den Christen verfolgt. Da der Holunder weit verbreitet ist sowie eine breite Palette an Wirkungen beinhaltet, wurde er auch dementsprechend oft eingesetzt und ging auf diese Weise mit dem damaligen Bild der Hexe einher. Gleichzeitig konnte man sich die gute Wirkung nicht erklären, also mußte Übersinnliches mit im Bunde sein! Außerdem war der Baum eng mit heidnischem Glauben verbunden (s.o.), was den Christen natürlich ebensowenig gefiel...

Vor allem in Irland und Spanien sagte man dem Holunder eine Verbindung zum Hexentum nach; hier war man davon überzeugt, daß der Hexenbesen nur aus dem Holz des Holunderbaumes gefertigt sein könne. Deswegen vermied man es, Möbel aus Holunderholz zu fertigen, damit kein Spuk und Unglück ins Haus einziehen konnte.

Durch diese negative Behaftung wurde der Hollerbusch auch oft mit dem Tod in Verbindung gebracht. Tacitus überliefert, daß in Rom Särge nur aus Holunderholz gefertigt wurden. Das Kreuz Christi soll aus Holunderholz gezimmert worden sein, und Judas soll sich für seinen Freitod einen Holunderbaum ausgesucht haben. In Norddeutschland hielten die Fahrer von Leichenwagen immer einen Stecken vom Holunder in der Hand, um damit die Pferde im Zaum zu halten.
Vielleicht ist der Zusammenhang von Holunder und dem Tod aber auch ganz einfach dadurch zu erklären, daß die Wirkung bzw. Macht der Pflanze über die Gesundheit und somit auch über das Leben entscheidet.

Andererseits galt und gilt der Holunder jedoch auch als Glückssymbol - nämlich bei den Menschen, die um seine besondere Kraft wissen. Der Holunder-Zauberstab einer Hexe ist mit starker Magie geladen; ein Hollerbaum auf dem Hof schützt Haus und Vieh; schläft man unter einem Hollerbusch ein, gelangt man der Sage nach ins Feenreich.

Lupa von Hels Hunde hat mir einen sehr schönen Text zur Verfügung gestellt (lieben Dank an dieser Stelle!), den ich hier nicht vorenthalten möchte, da er meiner Meinung nach die Pflanze Holunder so wunderbar treffend charakterisiert.


Daß der Holunder eine besonders magische Pflanze ist, ist den meisten bekannt. Er wird der Göttin Hel, der Frau Holle, Hilde Moer zugeordnet. Alle ein und dieselbe Person, die für die Unterwelt stehen? Nicht im Sinne von Hölle, sondern von einem Ort, an dem großes Wissen zu erlangen ist, der das Ende und den Anfang der Lebensreise bezeichnet.

Traditionell sind Sümpfe und andere Feuchtgebiete der Hel zugeordnet. In sich ruhend, in Nebel gehüllt geben sie nicht so leicht ihre Geheimnisse preis. Und genau dort ist Holunder besonders häufig anzutreffen. Er liebt die Feuchtigkeit und wächst an diesen Orten in großer Zahl, gibt der Landschaft durch seine Anwesenheit ein Flair des Dunklen, Unnahbaren. Trotzdem wirkt er in seiner Blütezeit häufig einladend. Wer über die Schwelle tritt, wird den Schatz finden.

Ein weiterer interessanter Punkt ist die Tatsache, daß Holunder ein Zeiger für Strahlung ist. Nicht im Sinne von Radioaktivität, sondern in Richtung Erdstrahlung, Kraftlinien, die maßgeblich für Kraftorte sind. An Holunder-Kraftplätzen steht eher die Schattenarbeit im Vordergrund, genauso wie Kraft und Konsequenz. Es ist die Zeit von Samhain, der Innenschau. Diese Richtung läßt sich an einem derartigen Ort besonders gut integrieren.

Holunder ist eine Pflanze, die dort wächst, wo sie will. Er läßt sich schwer vertreiben und scheint den Menschen regelrecht in ihre Siedlungen zu folgen. Es ist, als wolle er die dunklen Aspekte, die so gern schnell übersehen und ignoriert werden, wieder ins Bewußtsein holen. In früheren Zeiten war es üblich, vor dem Holunder den Hut zu ziehen. Es wird also Zeit, diesen Respekt vor diesem wunderschönen, starken Strauch wieder aufleben zu lassen.



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