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In allen Hochkulturen wurden Forschungen und Wissenschaft im Bereich der Aromatherapie betrieben. Die Chinesen verfaßten das erste Buch über Heilpflanzen, auch die Hebräer, Inder, Araber, Griechen und Römer wandten sich dem Thema Pflanzen unter dem medizinischen Aspekt zu. Die Ägypter allerdings wurden zu echten Meistern ihrer Disziplin: allen bekannt ist die Einbalsamierung bzw. Mumifizierung, die u.a. durch ätherische Öle erst möglich wird. Aber auch für die Lebenden wurde die Aromatherapie Teil des Lebensstils. Duftende Essenzen, Harze und Gewürze spielten sowohl in der spirituellen als auch in der alltäglichen Welt (z.B. in der Kosmetik) eine große Rolle.
Die genußsüchtigen Römer fanden neben der medizinischen Seite auch den kulinarischen Wert von Pflanzen interessant. Sie trugen mit ihren Eroberungszügen quer durch Europa maßgeblich zur Verbreitung der verschiedensten Kräuter bei, deren Saatgut sie stets bei sich führten, um auch fern der Heimat nicht auf die "gewisse Würze" verzichten zu müssen...
Bis zur Renaissance wurden in Europa die Forschungen auf dem medizinischen Sektor dann allerdings ziemlich vernachlässigt; lediglich in Klöstern erhielt man das bereits bestehende Wissen über Kräuter & Co. Die bekannte Äbtissin Hildegard von Bingen war eine der wenigen, die im Mittelalter schriftliche Abhandlungen über Heilpflanzen hinterließ. Natürlich sollte man auch die weisen Frauen und Hebammen nicht vergessen, die ihr geheimes Wissen mündlich von Generation zu Generation weitergaben!
Seit der Renaissance ist natürlich im Forschungsbereich die Post abgegangen, wie wir wissen... Viele Pflanzen wurden von Botanikern und Forschern neu entdeckt und wissentschaftlich untersucht. Für die Aromatherapie bedeutete dies einen erneuten Aufschwung - bis dann im 19. Jahrhundert die Chemie einen größeren Stellenwert erlangte. Wie alles Neue wurden chemische Erzeugnisse nun über den grünen Klee gelobt, während die Aromatherapie mehr und mehr in den Hintergrund rückte. Lediglich in Krisensituationen wie den beiden großen Kriegen wurde wieder auf ätherische Öle zurückgegriffen, da chemische Medikamente und Desinfektionsmittel knapp wurden.
Der französische Chemiker Dr. Gattefossé prägte zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Begriff "Aromatherapie". Er behandelte in seinen Büchern ausführlich die Eigenschaften, Anwendungsweisen und Wirkungen ätherischer Öle, und erweckte so wieder das Interesse an dieser Therapieform. Über Dr. Gattefossé kursiert eine kleine Geschichte, wie er zur Aromatherapie kam: Nachdem er sich einmal in seinem Labor die Hand verbrannt hatte, tauchte er sie in den nächstbesten Behälter, der zufällig mit reinem Lavendelöl gefüllt war. Er war sehr erstaunt darüber, daß der Schmerz rasch nachließ und die Hand sehr schnell und problemlos verheilte, so daß er in der Zeit danach begann, mit ätherischen Ölen zu experimentieren...
Heute gewinnt die Aromatherapie neben anderen alternativen Heilmethoden wieder mehr und mehr an Bedeutung. Den Menschen wird langsam klar, daß nicht nur synthetisch bereitete Medikamente das Allheilmittel sind. Zwar dauert bei natürlichen Heilmitteln die Genesung meist etwas länger, dafür werden dann aber auch nur die Bakterien oder Viren bekämpft, die die Krankheit auslösen, und es wird nicht wie oftmals bei der chemischen Variante gleich alles plattgemacht! | |
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