Farn
Das unscheinbare Farnkraut, an dem jede/r von uns im Wald vorbeispaziert, ist mit einem ganz besonderen Aberglauben verbunden – verspricht es doch die Unsichtbarkeit!
Folgendes ist der Überlieferung nach hierfür zu tun: Man sammelt von der Unterseite der Farnwedel die braunen Samen bzw. Sporen – am besten natürlich bei Vollmond – und verwahrt sie bis zum Einsatz in einem Federkiel. An besonderen Hexenfeiertagen wie Beltane oder Litha (wohl wegen der Fröhlichkeit und Übermütigkeit dieser Feste, an denen viel Schabernack getrieben wurde) wie auch bei Vollmond entfaltet das Unsichtbarkeitspulver seine intensivste Wirkung.
Die Anwendung ist denkbar leicht: das Pulver wird einfach über die Person, die unsichtbar werden möchte, gestreut. So simpel ist das also mit der Unsichtbarkeit! Wie heißt es so schön in alten Märchen: “Früher, als das Wünschen noch etwas half…” Das ist wahrscheinlich eher das Geheimnis dieses Rituals, denn der Glaube versetzt schließlich Berge!
Das Farnkraut wird oft mit Natur- und Waldgeistern wie den Feen in Verbindung gebracht. Es wird gesagt, daß eben diese Wesen dem Farnkraut seine Zauberkräfte verleihen. Im Waldboden unter dem Farnkraut sollen geheime Eingänge zur Feenwelt verborgen sein.